Sind kleine Wohnungen die Zukunft?

In den nächsten Jahrzehnten werden unzählige neue Millionenstädte entstehen – und große Metropolen weiterwachsen. Immer mehr Menschen ziehen in die Städte, was zu zahlreichen Problemen führt:

  • Platzmangel
  • Ressourcenverbrauch
  • Hohe Preise fürs Wohnen

Das sind nur einige Beispiele, welche Herausforderungen das Zusammenleben mit anderen Menschen an uns stellt.

japan minimal haus
Quelle: https://imgur.com/a/rTKGc/all

Zwar ist diese Entwicklung im Hinblick auf Klimawandel positiv – eine Wohnung in der Stadt verbraucht weit weniger Energie als ein großes Haus inklusive Auto im Grünen – doch natürlich benötigen die Bewohner dann zusätzliche Infrastruktur in der Stadt.

Das führt zu akuter Platznot und steigenden Preisen. Wo viele Menschen an einem Ort vereint sind, kann die Entwicklung des öffentlichen Raums & der verfügbaren Wohnungen oft nicht mit der Nachfrage mithalten.

Neue Architektur bietet Auswege aus der Platznot

Allerdings steht der Fortschritt nicht still: Architekten und Ingenieure entwickeln laufend neue Ideen, wie sich das städtische Zusammenleben besser gestalten lässt.

Vielfach werden neuere Wohnungen bereits jetzt sehr ressourcenschonend gebaut – was den Preis & die Umweltbelastung senkt. Besonders im dicht bevölkerten Japan setzt die dortige Architektur-Avantgarde immer wieder neue Impulse.

Dieser Minimalismus gefällt natürlich nicht jedem – was auf Bildern gut aussieht, kann im Alltag kühl und abweisend wirken. Trotzdem sind die Entwicklungen in Japan auch für uns interessant, denn sie bieten einen Ausblick auf das, was in den kommenden Jahren und Jahrzehnten eine verstärkte Rolle beim Wohnungsbau spielen wird.

Kann neue Architektur das Problem lösen?

Ein interessantes Beispiel stellt dieses Haus aus Tokio dar, welches gerade einmal 1,8m breit ist. Trotz dieser kleinen Maße ist alles wichtige enthalten: von einer kleinen Küche bis hin zu einem (gefühlt) noch kleineren Wohnraum findet sich alles in den schmalen Räumen.

Das hier gezeigte Beispiel wäre in Deutschland so sicher nicht möglich – und wahrscheinlich würden die wenigsten Menschen dauerhaft in einem solch engen, dunklen Raum wohnen wollen.

Dennoch ist die hier gezeigte Entwicklung interessant, zumindest als Gedankenexperiment. Es zeigt, dass es nicht immer das klassische Einfamilienhaus sein muss. Heutzutage reicht für viele Singles oder genügsame Paare auch eine kleinere Wohnung.

Wird diese intelligent gebaut, dann lässt sich auch mit wenig Platz ein tolles Lebensgefühl herstellen. Neue Technologien, wie passiv gedämmte Häuser, intelligente Beleuchtung oder automatische Heizungssysteme werden ihren Teil dazu beitragen, um uns den Wohnraum der Zukunft möglichst angenehm zu gestalten.

Minimalismus muss nicht Verzicht heißen

Wie so oft benötigt es aber nicht nur neuere Technik, sondern auch eine Art neues Denken. Solange wir darauf bestehen, möglichst große Wohnungen zu besitzen, obwohl wir nur kleine Teile davon nutzen, wirkt minimalistische Architektur (und ich spreche hier nicht vom Design, sondern von der Funktion) oft wie eine Herabstufung.

Dabei muss eine kleine Wohnung keineswegs ein Verzicht sein.

Eine kleine Wohnung ist nicht nur billiger und besser für die Umwelt, sondern könnte uns auch viel Zeit ersparen. Sie benötigt weniger Zeit zum Putzen & vielleicht können wir sie aufgrund des geringeren Preises auch längere Zeit nutzen, anstatt zu arbeiten.

Auch der öffentliche Raum würde von platzsparenden Designs profitieren. Je weniger Raum die Häuser verbrauchen, desto mehr steht prinzipiell uns allen zur Verfügung. Es kann aber natürlich auch gut sein, dass die minimalistische Architektur schlicht zum Zwang wird:

Wenn mehr Menschen in eine Metropole ziehen, dann kommt es zu Platznot. Kompakte Wohnungen könnten in Zukunft den einzigen Weg darstellen, um einer großen Anzahl von Menschen genügend Wohnraum zur Verfügung zu stellen.

Die Entwicklung der kommenden Jahre bleibt sicher spannend. Einige Aspekte davon werde ich in den kommenden Monaten behandeln. Im Bereich Heimautomatisierung tut sich z.B. so viel, dass ich unbedingt einen eigenen Artikel dazu schreiben möchte.

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